Ekazent-Experte Rudolf Richter über zukunftsweisende Konzepte
Events in Shopping Centern
Richter: „Wir setzen auf eine große Story“.
RUDOLF RICHTER
Rudolf Richter, staatlich konz. Unter-nehmensberater, ist oberster Center Manager beim Handelsimmo-bilien-Experten Ekazent und z.B. für die Ringstrassen-Galerien verant-wortlich.
Shoppingcenter bemühen sich, ihren Mode- und Designanspruch mit stilvollen Events zu untermauern. Erfolgreiche Beispiele zeigen, dass es sich dabei nicht immer um eine traditionelle Modenschau handeln muss.
2004 riefen die Ringstrassen-Galerien in Wien zum ersten Mal den Ringstrassen-Galerien Designer Award, den Preis zur Förderung junger österreichischer Modedesigner, aus. Seither hat das Event in jedem Jahr stattgefunden und dazu beigetragen, die prachtvollen Galerien im Herzen der österreichischen Hauptstadt in ein Designmekka zu verwandeln. “Dieser Preis bot uns die Gelegenheit, österreichisches Design zu entwickeln und Talente durch steigenden Erfolg und fantastische Resonanz zu unterstützen,“ erläutert Rudolf Richter, Center Manager, der den Preis ins Leben gerufen hat. Die Ringstrassen-Galerien, Wiens eleganteste Shoppingadresse, sind seiner Meinung nach “für dieses Event prädestiniert“. In dem Shoppingcenter sind zahlreiche, renommierte Modeboutiquen angesiedelt und die Affinität zu Mode und Design ist dementsprechend hoch.
Wichtiges Sprungbrett für einheimische Modeschöpfer
“Das einzigartige Konzept spricht für sich selbst”, merkt Richter an und ergänzt: „Ambitionierte und engagierte Designer, die mit dem Ringstrassen-Galerien Designer Award ausgezeichnet wurden, konnten sich national und international einen Namen machen. Sie nutzen die Chancen, die der Preis ihnen bietet.” So startete auch der Modedesigner Marcel Ostertag, der 2008 den Preis gewann, in Deutschland durch. 2008 erhielt er auf der Berliner Fashion Week den Karstadt New Generation Award und schuf eine Kollektion für das Unternehmen, die seit April 2009 in den Filialen verkauft wird. Richter freut sich darüber, dass die Bemühungen, Design-Talenten eine Plattform zu bieten und die österreichische Modewelt zu bereichern, so erfolgreich waren. “Die Ringstrassen-Galerien werden seit ihrer Gründung mit exklusiver Mode und besonders seit sechs Jahren mit österreichischem Design assoziiert.“ Der Designer Award ist keine reine Unterhaltung; sein Ziel ist es, die Design-Szene zu unterstützen. Die hohen Ansprüche haben den Designer Award zu einem jährlichen Highlight der österreichischen Modeszene gemacht. In den Anfangsjahren wurden über 100 Entwürfe für jeden Preis eingereicht. Inzwischen hat sich ihre Zahl bei rund 60 eingependelt. Richter führt diesen Rückgang auf die Tatsache zurück, dass viele der interessierten Designer sahen „was für ein Haufen Arbeit das ist“. Auch das Stary Browar Shopping Center im polnischen Posen zeigt, dass das Thema Mode nicht immer mit einer traditionellen Modenschau bearbeitet werden muss. Das Art & Fashion Festival in Stary Browar findet auf mehreren Bühnen statt, auf denen Kunst und Mode aufeinandertreffen, und wird im Oktober diesen Jahres zum dritten Mal veranstaltet. Dabei liegt das Schwergewicht des Events auf der Kunst. Das Art and Fashion Festival will zum ersten Mal in Polen verschiedene Gesichter der Modeindustrie zeigen, und zwar auf und hinter der Bühne. Im Januar 2009 wurde das Art and Fashion Festival von Twoj Styl, einem polnischen Luxus-Magazin für Frauen, mit dem Excellence of Fashion Prize (Doskonalosc Mody) ausgezeichnet. Das Festival wurde als wichtigstes Modeereignis des Jahres 2008 anerkannt. Auch die Teilnehmer dieses Festivals können sich über andauernden Erfolg freuen. Vier Teilnehmer der Mode-Workshops des letzten Jahres haben seither als Modedesigner in London und Indien zu arbeiten begonnen. Das Art & Fashion Festival ist die Verkörperung einer Idee, die die philosophische Grundlage aller Projekte von Grazyna Kulczyk bildet. Die polnische Milliardärin Grazyna Kulczyk ist der Eigentümer von Stary Browar und gilt als engagierteste Kunstmäzenin des Landes. All ihre Projekte bestehen je zur Hälfte aus Kunst und Geschäft. Das diesjährige Festival, das inzwischen zum dritten Mal stattgefunden hat, war in fünf Haupttätigkeitsbereiche unterteilt. Im Mittelpunkt standen offene Workshops. Sie dauerten 10 Tage und wurden von jungen Künstlern aus den Bereichen Modedesign, Modezeichnung und Modeberichterstattung geleitet. Sie wurden von einem Modedesigner aus London, einem in Berlin lebenden Modezeichner und Grafikdesigner und zwei Zeitschriftenredakteuren geleitet. Der Höhepunkt war Workshop für Modeschmuck. Ein weiteres Highlight des Events stellte die Vorführung von Modefilmen dar. Die Besucher konnten klassische Filme sehen, in denen Kostüme eine wichtige Rolle spielen. Währen der Art & Fashion wurden Vorträge zu Themen wie Art & Business, Mode als Kunst und Kunst als Mode, Wie schreibt man über Mode, Mode als Gemälde und Ethische Mode angeboten. Darüber hinaus wurden Mode- und Schönheitsberatungen während des Festivals angeboten. Die Ergebnisse des Workshops und die Kollektionen von Stary Browar wurden bei VIP- und öffentlichen Events präsentiert. Wie Gosia Kowalska, bei Stary Browar für Marketing und PR zuständig, erklärt, verfolgt das Festival vier Hauptziele. Das Erste besteht darin, den Namen Stary Browar als den Ort zu stärken, an dem die neuesten Trends geboren werden und die neuesten Persönlichkeiten und Marken ihr Debut geben, und Stary Brown in der Modewelt zu etablieren. Das zweite Ziel besteht darin, die Marke in Polen und in der Welt besser bekannt zu machen. Drittens, will das Festival den Verkauf der Marken von Stary Browar steigern und, viertens, junge Talente schulen und in ihrer Karriere unterstützen.
Events sind keine Zauberformel
Shoppingcenter rühmen sich gerne ihrer fachlichen Kompetenz in Sachen Mode und Lifestyle. Aber nicht jedes Mode-Event sprüht vor Fantasie und Authentizität. Wenn ein glaubwürdiges Modetalent vermittelt werden soll, muss das Event auf einem kohärenten Konzept basieren, das, wenn möglich, auch eine regelmäßige Durchführung einschließt. Wie Rudolf Richter, Center Manager der Ringstrassen-Galerien, jedoch ausführt, lässt sich modisches Know-how nur teilweise durch ein Mode-Event kommunizieren. Echten modischen Sachverstand können nur die geschulten Verkaufsteams in den Boutiquen des Centers beweisen. Im Allgemeinen sind Events eine gute Möglichkeit, erlebnisorientierte Zielgruppen zu erreichen. Sie werden aber kaum den Erwartungen gerecht, wenn sie keine klare Strategie befolgen. Events sind keine Zauberformel, um die Kundenfrequenz in Shopping Centern zu erhöhen und Umsätze zu generieren. Auch die Häufigkeit der Events im Jahresverlauf ist nicht ausschlaggebend. “An einem bestimmten Punkt haben die Kunden genug von all den Events. Eine Modenschau, die alle paar Monate stattfindet, verliert ihre Wirkung," meint Richter. In diesem Bereich wurde die Notbremse bereits gezogen, nicht zuletzt aus Kostengründen. Sowohl die Ringstrassen-Galerien als auch Stary Browar konzentrieren sich auf ein großes Event. Richter: “Wir wollen keine inflationären Events. Wir setzen auf eine große Story.“
Die Idee hinter dem Ringstrassen-Galerien Designer Award ist, eine Plattform für österreichisches Modedesign zu schaffen und noch unbekannte Designer einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Jährlich wird den Designern ein herausforderndes Motto vorgegeben. In den vergangenen Jahren wurden kreative Modefachleute aufgefordert, ihre innovativen Entwürfe zu Themen wie "Rock the Romance", "Chic Winter Dreams in Paris" oder - so das Motto 2009 - "A Remix of the Golden 20's“ einzureichen. Eine Jury, die mit großen Namen aus der Modewelt besetzt ist, wählt unter den Einreichungen die besten Modelle aus. Die besten Kreationen werden im Rahmen einer Modenschau vorgeführt und danach wird der Sieger gekürt. Der Gewinner erhält eine Trophäe und 3.000 € Preisgeld. Zu den Highlights des Ringstrassen-Galerien Designer Award gehört der Auftritt eines international bekannten Designers - bisher sorgten Michael Mayer, Tilmann Lauterbach, Custo Barcelona, Peter Ingwersen, Thomas Kirchgrabner und die dänische Designerin Wackerhaus für das internationale Flair auf dem Catwalk.
Kompletter Artikel im PDF-Format:
K201007_Richter.pdf (22 KB)
Shopping-Center in Innenstadt-Lagen (Ekazent-Experte Rudolf Richter über die Schlüssel zum Erfolg)
Events in Shopping Centern (Ekazent-Experte Rudolf Richter über zukunftsweisende Konzepte)
Brandschutz vor Feuerwehr (Ekazent-Experte Richter: Konsumfreude in Krisenzeiten)
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(Ekazent-Experte Rudolf Richter: Umsätze über Branchen-schnitt)

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